Aktualisiert: 08. Februar 2023
Der Personenwagen Nr. 15 ist einer von 2 Personenwagen der dritten Klasse die 1920 von der Wagonsfabrik Schlieren (SWS, Schweiz) an die elektrischen Straßenbahnen im Kanton Zug (EZS) als C 36 und C 37 geliefert wurden. Im Jahr 1926 kam noch ein baugleicher dritter Wagen, C 38, hinzu.
Der Betrieb der ESZ wurde in den Jahren 1953 / 1955 eingestellt und die Fahrzeuge nach und nach an andere Bahnen in der Schweiz verkauft. Die drei zweiachsige C 36 bis C 38 gelangten zur Sernfttalbahn. Dort lief der C 37, nun mit Polstersitzen versehen, als SeTB B 15 bis diese 1969 dem Omnibus Verkehr zum Opfer fiel.
Der SeTB B 15 und der unveränderte ESZ C 36 wurde zur Eurovapor verkauft, die beide Wagen bis 1981 bei der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn (SZB) abstellte.
Im August 1981 wurde der SeTB B 15 von der Jagsttalbahn gekauft. Es war der erste Transport eines aufgeschemelten Regelspurwagens mit aufgeladenem Schmalspurwagen der zur Entladung bis zum Bahnhof Dörzbach lief. Alle vorherigen Schmalspurfahrzeuge wurden im 4-Schienen Bereich im Bhf Möckmühl entladen.
Das meterspurige Fahrzeug wurde im Bahnhof Dörzbach ohne Achsen auf Rollböcken abgestellt. Nach Klärung der Kostenfrage wurde bei der Firma Gmeinder in Mosbach die Radsätze auf 750mm Spur umgespurt und im Januar 1983 geliefert. Der Einbau erfolgte am 08. Januar 1983, anschließend wurden die Kupplungen, Übergänge und Bremsen angepasst, innen renoviert und außen neu gestrichen. So konnte er als Bi 15 am 16 Mai 1984 wieder in Betrieb genommen und dem Museumsbetrieb übergeben werden. Bis 1986 wurde er dann öfter in Museumszüge eingestellt.
Zurzeit (2023) steht der Wagen im Bahnhof Dörzbach abgestellt und wartet auf seine baldige Aufarbeitung für den Museumszug.
In Dörzbach soll, sofern es nach dem Schotterwagen noch Kapazitäten gibt, ein Personenwagen aufgearbeitet werden. Sehr wahrscheinlich der M-D 15. Da der Wagen nun ja auch oft auf Bildern im Museumzug zu sehen und einfach umzusetzen ist, habe ich mir hier meinen Wunsch erfüllt den Wagen selbst zu erstellen. Zurzeit baue ich mal ein Modell fertig und bin dann gespannt auf den Gesamteindruck.
Momentan fehlt noch die Beschriftung. Der Wagen hatte ja zwei Blechtafeln mit dem Dörzbacher und Krautheimer Gemeindewappen. Die werde ich, wenn ich in Dörzbach bin, fotografieren und dann wie die Beschriftung als Decal auf den Wagen machen.
Bis heute gibt es keinen Modellbahn Hersteller, welcher den Wagen für die Baugröße H0e herstellt. Andere Spurweiten
sind mir ebenso wenig bekannt. Somit muss, wie meistens bei der Schmalspur, der Eigenbau herhalten. Mit dem
3D-Druck ist das heutzutage auch kein großes Problem mehr, lediglich die stl.-Datei fällt nicht vom Himmel.
Als erstes habe ich mir den Wagenkasten vorgenommen. Es reicht, wenn man zwei Seiten vom Wagen konstruiert und
die gegenüberliegende Seite dann einfach kopiert.
Um das Lackieren und den Zusammenbau später einfacher zu machen habe ich den Wagen in drei Baugruppen aufgeteilt. Hier der fertige Wagenkasten.
Das Fahrwerk entsteht ebenso in FreeCAD und ist mit seinen Griffstangen etwas aufwendiger als nur der Wagenkasten. Maßstäblich in der Dicke sind diese leider nicht, da sie sonst nur durch bloßes Angucken schon fast abbrechen würden.
Schnell und einfach war die Inneneinrichtung konstruiert. Wenn man mal die zwei verschiedenen Skizzen der Bänke hat, lassen sich diese auch einfach kopieren. Auf Details habe ich hier verzichtet, da man später diese kaum sehen würde.
Am Ende der Konstruktion werden die benötigten STL-files erstellt, für Interessierte stelle ich sie hier zu Verfügung.
Wie die Bauteile aus dem Drucker kommen habe ich leider nicht fotografiert. Nur von der eher einfachen Inneneinrichtung.
Nach der Reinigung kommen die Teile noch für eine halbe Stunde in die Härtebox. Selbstgebaut aus einem Schuhkarton, Alufolie und einem 5m LED Band mit UV-Licht erfüllt das den Zweck.
Sofern alles gehärtet ist, kann es schon mit dem Lackieren losgehen. Da mein Resin die Farbe so gut bindet, verzichte hier auf eine Grundierung und nehme nur Farbe sowie Klarlack. Lackiert wird natürlich mit der Airbrush, um nicht die ganzen Details zu verdecken.
Im nächsten Schritt bekommt das Fahrwerk seine schwarze Grundfarbe. Schwarz sprüht sich am besten, daher geht dieser Schritt sehr zügig. Im Hintergrund der lackierte Wagenkasten.
Mit einem ganz feinen Pinsel werden nun die Trittbretter in Holzfarbe und die Bleche auf der Bühne mit einem hellen grau angemalt.
Für den späteren Einsatz braucht der Wagen noch eine Kupplung. Der Pufferteller sowie der Kupplungshaken kommen aus dem Drucker. Für den Kupplungsbügel habe ich eine 1,1mm Aussparung in die Kupplung konstruiert, in die nun ein 1mm Passstift kommt. Als Bügel benutze ich jene von Bemo.
Damit der Wagen in den Kurven oder speziell in Weichen nicht von einem längeren Zug entgleist, bekommt er noch auf die Achsen zwei Stücke Walzblech. Das lässt sich gut mit der Schere schneiden und von Hand in Form bringen.
Zurück zum Wagenkasten. Das Dach wird noch hellgrau lackiert. Hier schon nach der Lackierung. Ebenso sind die Innenwände mit einem hellen beige gestrichen.
Zusammengebaut sieht das schon mal dem Original sehr ähnlich aus. Ob Wagenkasten und Fahrwerk zusammen passen, sollte man auf jeden Fall vor dem Lackieren machen. Sonst muss man eventuell manches nach lackieren, wenn etwas abgefeilt werden muss.
Mit den Achsen versehen, kann man die ersten Rollversuche unternehmen. Die Räder stecken auf 1,5mm Passstiften, welche wieder rum in zwei Kugellagern mit den Maßen 1,5mm x 4mm x 2mm stecken. Die Kugellager werden samt Achse in die entsprechenden Halter am Fahrwerk geklipst.
Für ein paar weitere Details sorgen ein paar Griffstangen vor den Bühnen. Mit einem 0,6mm Bohrer habe ich die Löcher in den Wagenkasten gebohrt und danach mit einem 0,5mm Messingdraht die Griffstangen gebogen sowie in die gebohrten Löcher geklebt.
Natürlich meint man immer alles im Kopf zu haben und so hab die Griffstangen schwarz angemalt…
...jedoch waren diese im Original natürlich gelb. Also gelbe Farbe her und das Ganze nochmal. Zusätzlich hab ich in diesem Schritt gleich auf jeder Bühnenseite die Bremsschläuche angebaut. Diese stammen aus dem Zubehörhandel.
Als letztes Bauteil folgt noch die Inneneinrichtung. Für diese reicht auch eine Lackierung mit dem Pinsel.
Kaum ist der Lack trocken, bevölkern auch schon die ersten Fahrgäste die Sitze.
Die Inneneinrichtung wird dann auf das Fahrgestell geklebt.
Bevor der Wagenkasten auf das Fahrwerk geklebt wird, habe ich die Fenster noch mit ein paar Scheiben versehen.
In dieser Detailaufnahme sieht man auch etwas mehr. Die Sitzbänke passen gut von der Höhe her zu den Fenstern.
Für die Beschriftung des Wagens erstelle ich ein Decalsatz. Herausforderung sind die Wappen auf dem Wagen. Diese müssen als erstes als Vektorgrafik gezeichnet werden. Die echten Schilder sind seit der Betriebseröffnung der Museums-Jagsttalbahn im November 2021 auch wieder da. So kann man hier gut Maße nehmen.
Die Decals sind dann der nächste Schritt.