Zwischen Jagsthausen und Berlichingen bei Kilometer 17,5 liegt direkt an der Strecke der Jagsttalbahn ein Steinbruch, der seit 1928 den Eigentümern der Jagstalbahn gehörte. Die Besitzer haben in der Zwischenzeit oft gewechselt. Das Schotterwerk belieferte die Jagsttalbahn mit Gleisschotter. Anfangs gab es nur ein Gebäude mit 4 Silos und einem Lokomobilschuppen, in dem eine Dampfmaschine einen Steinbrecher antrieb. Die Gesteinsbrocken wurden über Loren auf Feldbahngleisen (vermutlich 900mm) herbeigeschafft. Auf der Luftaufnahme ist diese 1968 aber nicht mehr zu sehen und der Berg, auf dem sie fuhr ist auch längst abgetragen. Meine Recherchen sind noch sehr lückenhaft. Das Ladegleis hat seit 1928 ca. 30 Jahre existiert, ist aber Ende der 50er Jahre abgebaut worden.
Für die Entscheidung den Steinbruch in 1:87 nachzubilden gab es mehrere Gründe. Der Drang nach ca. 5 Jahren wieder etwas Modellbahn zu bauen wahr sehr groß. In diesen 5 Jahren habe ich mich sehr intensiv mit dem R/C Mikromodellbau beschäftigt. In der Zeit entstanden einige ferngesteuerte Fahrzeuge im Maßstab 1:87. Unter anderem ein Radlader, der sehr gut zu dem Steinbruch passen würde. Als mir Uwe dann ein Bild zuspielte, auf dem ein Radlader (Fiat Allis 945b) aufgebockte Wagen mit Gleisschotter belädt war es um mich geschehen. Die Kombination des R/C Modellbau in 1:87 mit der Schmalspurbahn in den Sechzigern und dem Steinbruch finde ich geradezu genial. Auch reizen mich die Gebäude und Silos des Steinbruchs, der Gleis und Weichenbau sowie die Gleissperren wobei auch gewiss einige Sonderfunktion nachzubauen sind. Vielleicht auch die Feldbahn oberhalb des Brechwerkes.
Für das Vorbildstudium standen alte Gleispläne aus dem Archiv der Jagsttalbahn und ein Luftbild des Steinbruchs zur Verfügung. Außerdem wurden auch noch zeitgenössische Bilder aus jenen Jahren ausgewertet die uns freundlicherweise von Zeitzeugen zu Verfügung gestellt wurden und einige Bilder die sich im www fanden.
Weil die Planung der Module abgeschlossen ist wurde im Baumarkt die Einzelteile der Module mit etwas Übermaß im Glände zugeschnitten. Auch die Modulkanten und die Nuten für die Querrippen sind bereits gefräst. Hier sind die Einzelteile schon mal für einen ersten Überblick zusammengestellt.
Vor der endgültigen Montage der Einzelteile zu Modulkästen werden die Zeichnungnen der einzelnen Profile der Modulenden von der Zeichnung auf die einzelnen Profilbretter übertragen.
Die Löcher für die Passstifte sind bereits vorab gebohrt. So passen die Module perfekt zusammen und brauchen beim Aufbau nicht ausgerichtet werden.
Die Profile werden nacheinander auf der Dekupiersäge ausgeschnitten. Weil beide Profilbretter 32mm dick wären ist dieser Schritt nötig, denn bei der Dicke ist es nicht möglich das Sägeblatt am Verlaufen zu hindern.
Dadurch das die Profilbretter nicht zusammen ausgesägt werden können, müßen die Profile zusammen geklemmt und mit einem Bandschleifer angepasst werden. So sind die Übergänge 100%ig identisch und deckungsgleich.
Hier kann man das Ergebnis gut erkennen. Beide Profile passen perfekt aneienander. Auf diese Art entstehen alle Profilbretter innerhalb des Steinbruches.
Übersicht des Modularrangements nachdem alle Profile ausgesägt und verschliffen sind. Als nächstes werden die Vorder- und Rückseiten der Module profiliert.
Beim Bau der Module werden natürlich auch gleich die Taschen für die Steckbeine vorbereitet. Dies geschieht recht flott auf der Kappsäge.
Die Einzelteile für die Stecktaschen auf einem Haufen. Nun schließt sich die Montage an. Hierfür werden die Schraubenlöcher vorgebohrt um ein aufplatzen der Leisten zu verhindern.
Eine knappe 3/4 Stunde später sind die Taschen einbaufertig.
Die kurzen Adapertmodule bekommen nur eine Stütze. Da diese als Trapez ausgeführt sind muß einen der Stecktaschen größer ausgeführt werden.
Erste Stellprobe, noch fehlen den einzelnen Stützen die Platten zur Versteifung, dennoch kann man schon gut der Eindruch erkennen den das fertige Module später einmal haben wird.
Erstmal ein Säääft und dann geht es weiter........
Die Grundplatten bestehen in bewährter Methode aus 30mm Styrodurplatten die passgenau zugeschnitten und eingeklebt werden.
Demnächst geht es hier dann mit dem Gleis und dem Gelände weiter.
Weil der ABu des Steinbruiches nun erstmal noch in den Anfängen steckt haben wir auf den Rohbaumodulen des Bhf Widdern schon mal das Beladen von Fc Wagen geübt. Hiervon existiert eine zeitgenößische Aufnahme.
Einen ferngelenkten Radlader in H0 habe ich zusammen mit Markus Christl bereits gebaut. Hier findet man weitere Infomationen auf meiner Homepage
Als Ladegut dient hier einmal wieder Rotkleesamen, der ansonsten als "Zuckerrüben" in den O-Wagen verladen wird.
Im ersten Versuch haben wir das Beladen ohne die im Schotterwerk vorhandene, aufgeschüttete Rampe versucht. Aber hierfür reicht die Ladehöhe des Radladers, der im übrigen mit IR ferngesteuert wird, nicht aus.
Eine Rampe aus 6mm Depron war schnell geschnitzt und hiermit reichte die Ladehöhe leicht aus..
Nun können die "Rüben" einfach eingefüllt werden.
Zur Überraschung aller ging hierbei kaum etwas daneben.