Aktualisiert: 24. Januar 2022
Die Zimmerei "Uwe Kerian" in Dörzbach
Im Bhf Dörzbach liegt neben dem Raiffeisengebäude die Zimmerei "Uwe Kerian" mit angeschlossenem Wohnhaus.

Die Garage haben wir bei einem vor-Ort-Besuch vermessen und auch später eine Bauzeichnung mit exakten Maßen der Zimmerei mit Wohnhaus erhalten.

Nach den guten Erfahrungen die Rene mit den gedruckten Gebäuden der Ortsdurchfahrt in Berlichingen und wir mit der Garage in Dörzbach gemacht haben, soll auch dies noch fehlende Gebäude in Dörzbach im 3D-Druck entstehen.
Die Konstruktion der Zimmerei mit Wohnhaus
Begonnen wird mit einer Skizze der Giebelwand.

Die Daten für die Skizze der Giebelwand haben wir der Zeichnung des Gebäudes entnommen. Diese Skizze wird anschließend auf die Gebäudelänge extrudiert.

Da bei diesem Gebäude auch der Keller nachgebildet wird, das Gebäudemodell später also in das Modul versenkt eingebaut wird, benötigen wir eine weitere Skizze, die den Versatz im Mauerwerk des Fundaments berücksichtigt.

Der Keller (hellgrün) wird nun extrudiert und umlaufend mit einer 45° Fase versehen.

Die 45° Fase markiert den Übergang des Kellerfundaments zu den tragenden Wänden darüber.

Um nun die Zimmer als Hohlräume entstehen zu lassen werden die einzelnen Räume als Skizze erstellt, nur die Grundfläche ohne Fenster und Türen, die folgen später separat. Hier der Lagerraum über der eigentlichen Tischlerei, ein einziger großer Raum ohne Trennwände.

Die angeschlossene Wohnung wird auch als ein Raum gezeichnet und abgezogen. Die einzelnen Etagen entstehen später separat zum Einstecken. Dies erleichtert später das Ausdrucken, Bemalen und Detaillieren der Modelle.

Diese beiden Skizzen werden nun über den Dachfirst hinaus extrudiert.

Die ebenerdige Tischlerei besteht aus zwei Räumen, hier der Grundriss des äußeren Raumes....

...und des inneren Raumes.

Diese Skizzen werden über das Niveau des Raumes darüber extrudiert, hier der äußere (grün).....

....hier der innere Raum (grün). Im Drahtgittermodell läßt sich die Lage gut erkennen.

Kellerräume gibt es nur unter den Wohnräumen. Der Grundreis zeigt den Heizungskeller, erkennbar am Schornsteinfundament in der Ecke.

Der Kellerraum daneben.

Im Gittermodell kann man die Lage der beiden Räume gut erkennen, hier der Heizungsraum.....

....hier den Nebenraum.

So werden nun nach und nach alle Räume und der Flur des Kellers gezeichnet und über das Niveau des Erdgeschosses hinaus extrudiert.

Aber warum werden die einzelnen Räume nicht gleich vom zuerst erstellten Modell angezogen? Die Antwort ist einfach, es würden bei jedem weiteren Abzug komplanare Flächen entstehen, mit denen das Programm FreeCAD nur bedingt gut klar kommt. Der sicherere Weg ist alle zusammenhängenden Abzugskörper erst zu einem Körper zu verbinden, und dann diesen von der Basis abzuziehen. Im Bild werden die 3 Abzugskörper der Tischlerei mittels boolescher Operation zu einem Körper verbunden (grün).

Auch die Abzüge für Wohnräume und Keller zu einem Körper verbunden (grün).

Im Gittermodell sind nun beide Abzüge (grün) zu erkennen, sie sind auch in der Combo-Ansicht markiert.

Abgezogen von der zuerst erzeugten Basis ergibt sich nun folgendes Modell.

Die Zwischenräume der Wohnung werden ebenso erzeugt. Zuerst einen umlaufende 0,2mm kleinere Grundfläche erzeugt.....

....und auf Stockwerkshöhe extrudiert.

Der Abzug der Wohnung wird kopiert (grün), er ist ja umlaufende 0,2mm größer als die Grundfläche.....

....um den Querschnitt des Schornstein Inneren (grün) ergänzt .....

....und von der Wohnung abgezogen (grün). So entsteht der erste Einsatz des Erdgeschosses der Wohnung.

Hier der Erdgeschoss Einsatz (grün) in flächiger Darstellung....

....und als Einzelteil. So läßt sich das gut Drucken, Anmalen und Montieren. Die Öffnung im Schlot dient der Aufnahme der Kabel für die geplante Innenbeleuchtung.

Das Erdgeschoss wird kopiert (grün) und in der Höhe um ein Geschoss nach oben geschoben.....

....das komplette Gebäude drum rum gelegt (grün) und so die überstehenden Innenwände sichtbar gemacht (grau).

Um die Innenwände des Obergeschosse zu trimmen werden zwei Abzüge mit dreieckigem Querschnitt und 0,2mm Abstand zur Dachinnenfläche erstellt (grün).....

....extrudiert (grün) .....

....hier (grün) mit dem OG.....

....und abgezogen. Das OG (grün) mit passend zurechtgeschnittenen Innenwänden bleibt stehen.

Hier sieht man das OG (grün) eingelegt auf das EG im Gebäude.

Für den Dachboden reicht dann eine einfache Platte, hier der Grundriss....

....hier bereits extrudiert (grün) .....

Auch auf der Werkstatt ist ein Boden zu finden, hier der Grundriss....

....hier bereits extrudiert (grün) .....

Der Boden über der Wohnung wird noch um den Schornstein (grün) ergänzt.

Im nächsten Schritt werden nun noch Fenster und Türen ergänzt. Dabei ist für jedes Fenster, Tor oder Tür habe ein Abzugskörper (grün) zu erstellen und zu positionieren.

Die Außentreppe ist neu erstellt....

...die Stufe zur Tür ist neu.

Unter die Treppe wird noch ein Füllblock platziert, so läßt sich das später besser drucken.

Die Treppe des Treppenabgangs bekommt eine Ummauerung...

...und natürlich die Treppe für den Kellereingang selber (grün).

Alles abgezogen und addiert ergibt den Rohbau des Hauses.

Fast vergessen, die Innentreppe in den Keller.

Die sieht an der Stelle keine Sau, der Flur im Keller hat kein Fenster nach außen.

Die Treppe aus dem Keller (grün) wird nun auch im Einsatz für das Erdgeschoss verwendet.

An die Positionen der Zimmertüren werden Abziehklötze (grün) positioniert.

Die Türen stammen aus der Bauteil-Sammlung, ursprünglich habe ich sie für die Inneneinrichtung des EG "Widdern" gezeichnet.

Ein Abzugsblock in der Bodenplatte (grün) ermöglicht den Zugang zum Keller. Hier die Ansicht von unten.

Die Abzugskörper werden vom Erdgeschoss abgezogen.

Die Türen werden nun kopiert und in den Türöffnungen platziert.

Um die Türen herum werden nun noch Türrahmen (grün) kopiert.

Die Türen von WC und Vorratsraum sind schmaler, hier werden andere Abzugskörper benötigt....

...abgezogen....

....schmalere Türen eingesetzt, sie basieren auf der Tür der Bauteile-Sammlung,...

...und um die Türen herum werden nun noch Türrahmen kopiert.

Fehlt noch ein Geländer zum Keller Abgang. Begonnen wird mit der Kopie des Pfostens (grün).....

...und eine 0,8mm dicke Platte zur Treppe hin (grün). Der Einsatz für das EG ist fertig.

Das Obergeschoss (oben) ist schneller erstellt. Hier können alle Elemente des EG als Kopie (unten) verwendet werden. Lediglich die Höhe in Z-Richtung muss korrigiert werde.

Im Obergeschoss werden nun alle Elemente des EG als Kopie (unten) positioniert. Hierbei ist die Position der Tür für Küche und Wohnzimmer im Vergleich zum EG seitlich verschoben.

Auch der Abgang zum EG ist eine Kopie (grün) positioniert. Die Treppe ist hier ausgeblendet.

Die Treppe (grün) ist wieder eingeblendet. Man sieht den grauen Abziehblock durch die Treppe ragen.

Das Obergeschoss (grün) mit den erfolgten Abzügen und die Einbauteile in grau. Auch das OG ist somit fertig.

Das Dachgeschoss ist sehr einfach zu erstellen.

Als erstes wird die Treppe vom OG kopiert und eingeblendet (grün).

Auch der Abziehklotz vom OG wird kopiert, in der Größe angepasst und entsprechend positioniert (grün).

Auf der Oberseite ist nun nur das obere Ende des Abziehklotzes zu sehen (grün).

Um die spätere Öffnung wird nun noch ein Geländer konstruiert (grün).

Das Geländer wird mittels boolescher Operation mit dem Dachgeschoss verbunden, der Niedergang abgezogen. Die Treppe darunter (grün) gehört nicht mehr zum Dachgeschoss. Auch diese Konstruktion ist fertig.

Druck der Zimmerei
Das STL im Slicer (Cura 4.12.1) 2 Tage, 13 Stunden und 24 Minuten, ist ja auch keine Kathedrale...

Cura 4.12 hat eine andere Füllstruktur, die den Körper räumlich kubisch füllt, das ist stabiler als die Honigwaben, die nur in ein Richtung stabil sind, in die beiden anderen nicht.

Auch wird die Stützstruktur in den Hohlräumen darunter (hellblau) anders aufgebaut. Sie ist so zum einen stabiler, läßt sich zum anderen aber einfacher entfernen und erzeugt an der Unterseite des Druckes eine weniger raue Oberfläche.

Die "Leerwege" die die Druckdüse zurücklegt wird hier lila angezeigt. Bilden sich hier beim Druck Fäden muß die Retraction, das Zurückziehen des Kunststoffdrahtes bei Leerfahrten, erhöht werden. Hier arbeite ich noch mit der Standard-Einstellung.

Im Bereich des Daches werden nur noch die stehenden Wände gedruckt.

Die blauen "Fahnen" neben den Fenstern sind auch Leerfahrten der Düse. Ich bin gespannt wie das später gedruckt aussieht. Hier hatte ich mit der alten Cura Version 4.7 ein paar Schwierigkeiten bei Druck der Garage. Das mußte ich dann spachteln. Ich hoffe dieser Fehler ist nun mit dem neuen Slicer behoben.

Der Drucker läuft nun, da kann man hin und wieder ein Blick riskieren....

....hier kann man die kubische Füllstruktur gut erkennen....

....etliche Stunden später, der Keller ist bereits fertig, man kann die Stützstruktur in Türen und Fenstern erkennen....

....die dicken Außenwände und die dünnen Innenwände sind gut sichtbar....

....viele Stunden später: das Obergeschoss. Die Seitenwände sind bereits fertig, erkennbar an der Dachschräge....

....nun ist schon der Knick in der Dachschräge erkennbar....

....fast fertig, nun fehlt nur noch die Spitze im Firstbereich....

....geschafft, das fertige Gebäude im Drucker.

Aus dem Drucker heraus muss nun als nächstes die Stützstruktur entfernt werden.

Das im Rohbau fertige Gebäude.

Im Vergleich zu dem Gebäude geht der Druck der einzelnen Geschosse "schneller", hier das Erdgeschoss im Slicer.

Der Druck des Erdgeschosses erfolgt ohne Stützstruktur. Die Türen sind bereis vorhanden, der Überhand der Treppe ist mit einem Winkel größer 45° frei druckbar.

8 Stunden später ist das Erdgeschoss fertig gedruckt.

Durch diese Bauweise kann man die Innenräume noch gut bemalen....

....und bei Bedarf ausstatten.

Das Obergeschoss folgt als nächstes Druckobjekt. Auch hier werden 8 Stunden Druckzeit ermittelt und keine Stützkonstruktion benötigt.

Hier das Obergeschoss im Drucker....

....gerade fertig....

....und die Rückseite.

Außer dem Entfernen des Brim und ein paar leichten Stringes, von der Düse nachgezogene Fäden bei Leerfahrten, ist nicht viel zu tun.

Ob eine weitere Ausgestaltung sinnvoll ist, wird sich zeigen wenn Licht und Fenster eingebaut sind.

Das Dachgeschoss ist das letzte Druckobjekt. Es ist mit 4 Stunden Druckzeit das Schnellste Bauteil.

Das Dachgeschoss ist einfach und war am Schnellsten zu drucken.

Der freie Platz bietet sich als Wäscheboden zum Trocknen an.

Die drei Stockwerke nebeneinander....

....und übereinander wie sie später im Gebäude montiert werden.

Zu Testzwecken ist hier bereits das Erdgeschoss in das Gebäude eingelegt.....

...hier das Obergeschoss auf dem Erdgeschoss.....

...und oben drauf das Dachgeschoss.

Das Gebäude ist nun bereit für Fenster, Türen und das Dach.

Fenster, Türen und das Dach sind dann die nächsten Schritte.