Aktualisiert: 02. Juni 2022
"Schwarzes Haus", so wurde der Material-Aufbewahrungs-Schuppen (im roten Kreis) bei den Jagsttalbahnern intern genannt. Wann der Schuppen genau gebaut wurde, lässt sich nicht genau sagen. Die Baubeschreibung stammt vom 16. Januar 1924. Darin heißt es: Das zur Verwendung kommende Holz stammt aus dem Abbruch des Umladeschuppens Bahnhof Möckmühl.
Der Brief an den Herrn Reichsbevollmächtigten für Privatbahnaufsicht, in dem um Genehmigung und Zurechnung der Baukosten von 500,- M zum Anlagekapital der Nebenbahn Möckmühl-Dörzbach gebeten wird, stammt vom 18. November 1926. Die Übereinstimmungserklärung trägt das Datum 31. Dezember 1927. Da der Schuppen ca. im Jahr 2000 abgerissen wurde, musste ich mich beim Nachbau auf die sehr gute Bauzeichnung verlassen. Auch bei den Bildern musste ich mich auf solche zurückgreifen, auf denen der Schuppen zufällig zu sehen war. Wer fotografiert schon alte Schuppen, wenn auf der anderen Seite ein höchst interessanter Wagenpark zu sehen ist?
Das Bild von Dieter Höltge zeigt den Schuppen im Jahr 1969.
Das Bild von Andreas Gabriels zeigt den Schuppen im Jahr 1974.
Da der Schuppen nicht mehr steht, bin ich bei den Maßen auf die sehr gute Bauzeichnung angewiesen. Die Maße werden im Maßstab 1:87 umgerechnet und in Rot eingetragen.
Die vorbildgerechten Balken werden mit einer Tischkreissäge in die entsprechende Länge gesägt.
Die langen Querbalken werden mit einem dünnen Streifen doppelseitigen Klebeband fixiert. Darauf werden die Längsbalken mit einem Tropfen Leim aufgebracht.
Nach der Dachkonstruktion (rechts) entstehen auf die gleiche Weise die Vorder- und Rückseite.
Die Balken der Vorder- und Rückseite werden ebenfalls auf einem schmalen Streifen doppelseitigem Klebeband fixiert.
Die Dachkonstruktion wird dann mit Holzleim aufgebracht.
Die Bretter sind beim Vorbild ca. 27 cm breit. Ich habe mittels einem Balsa Holzschneider 3 mm breite Streifen aus einem 0,8 mm starkem Balsa Brettchen geschnitten.
Die Bretter auf der Vorder- und Rückseite waren horizontal angebracht. Da diese aus dem Abbruch des Umladeschuppens in Möckmühl stammen, habe ich sie mit einem Bastelmesser entsprechend beschädigt.
Die Bretter auf den beiden Stirnseiten waren vertikal angebracht.
Nach dem Trocknen des Holzleimes werden die überstehenden Bretter entsprechend gekürzt.
Der fertig verschalte Schuppen.
Einen komplett verschalten Schuppen kann man viel leichter darstellen, in dem man einen Styropor- oder Holzklotz mit Brettern verschalt. Das war aber nicht mein Anspruch, und ich wollte die beiden Tore zum Öffnen machen.
Der Schuppen wird mit verdünnter Abtönfarbe und einem Schuß Pril schwarz gestrichen.
Da der Schuppen beidseitig als Garage und in der Mitte als Hühnerstall diente, werden entsprechende Trennwände eingefügt. Diese habe ich aus Pappe zurechtgeschnitten und mit Abtönfarbe schwarz gestrichen.
Die Dacheindeckung erfolgte laut Bauzeichnung mit Zementziegeln. Ich habe die Dachziegel Platte der Fa. Schulcz verwendet.
Die passend zurecht geschnittene Dachplatte wird beidseitig nacheinander mit der Straßenfarbe von Faller grau gestrichen.
Nachdem die Faller Straßenfarbe durchgetrocknet ist, bekommt das Dach einen Anstrich mit Lederbraun matt AQUA COLOR von Revell.
Um das alte Laub und Pilze nachzubilden, die sich in der Zeit auf dem Dach angesammelt haben, wird T 50 von WOODLAND aufgestreut, mit entspanntem Wasser (Odol oder Pril) eingesprüht und mit Schotterkleber getränkt.
Überschüssiges altes Laub wird später mit einem Borstenpinsel entfernt.
Der Schuppen aus Sicht des Landhandels.
Der Schuppen aus Sicht des Güterschuppens.
Der Schuppen ist fertig und wartet auf die Aufstellung auf den Bahnhof Dörzbach.
Der Werkmeister Teuke holt seinen Käfer aus dem Schuppen.