Gebäudebau


Die Garage der Schreinerei in Dörzbach

Aktualisiert: 24. Februar 2022

Garage Dörzbach

Die Garage der Schreinerei in Dörzbach

Im Bhf Dörzbach liegt neben dem Raiffeisengebäude, etwas nach hinten versetzt, eine Garage, die zur dort ansässigen Zimmerei "Uwe Kerian" gehört.

Garage Dörzbach

Die Garage haben wir bei einem vor-Ort-Besuch vermessen und auch später eine Bauzeichnung mit exakten Maßen der Garage erhalten.

Garage Dörzbach

Nach den guten Erfahrungen die Rene mit den gedruckten Gebäuden der Ortsdurchfahrt in Berlichingen gemacht hat, sollen auch die noch fehlenden Gebäude in Dörzbach im 3D-Druck entstehen.

Die Konstruktion der Garage

Begonnen wird mit einer Skizze der Giebelwand.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Daten für die Skizze der Giebelwand haben wir der Zeichnung des Gebäudes entnommen.

Garage Dörzbach Konstruktion

Diese wird auf die Länge der Garage extrudiert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Um den massiven Block auszuhöhlen, wird ein Abzugsblock benötigt der umlaufend um die spätere Wandstärke kleiner als das Gebäude ist.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Skizze wird für den Abzug extrudiert (grün).

Garage Dörzbach Konstruktion

Nach dem Abzug bleiben nur die Außenwände des Gebäudes stehen.

Garage Dörzbach Konstruktion

Um die Tore und Fenster abzuziehen werden deren Abmaße errechnet, eine Skizze erzeugt und positioniert und im Anschluß extrudiert (grün).

Garage Dörzbach Konstruktion

Nach dem Abzug der Fenster und Tore wird ein Körper zum Abziehen der Einstecklücken für die Dachreiter erstellt (grün).

Garage Dörzbach Konstruktion

Dieser Abzugsblock wird ein paar Mal kopiert (grün) um die Lücken für weitere Dachreiter zu erstellen.

Garage Dörzbach Konstruktion

Abgezogen ist der Rohbau schon fast fertig zum Druck.....

Garage Dörzbach Konstruktion

...fast, ich habe gerade noch rechtzeitig bemerkt das auch der Firstbalken eine Auflage in den Stirnwänden benötigt (grün).

Garage Dörzbach Konstruktion

Da das Gebäude später Weiß wird habe ich die Farbe der Oberfläche entsprechend geändert.

Die Konstruktion der Dachsparren für die Garage

Eigentlich wollte ich nur den außen sichtbaren Teil der Dachsparren zeichnen und drucken. Es sind dann doch als Basis dafür komplette Dachsparren entstanden.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Abmaße für die Dachsparren habe ich anhand der Fotos ermittelt, den Winkel anhand der Zeichnung der Giebelwand.

Garage Dörzbach Konstruktion

Auch diese Skizze wird auf die Breite der späteren Dachsparren extrudiert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Anstatt die Überstände abzuschneiden habe ich noch einen Querbalken gezeichnet.....

Garage Dörzbach Konstruktion

.....und extrudiert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Als Auflage für den Firstbalken wird noch eine Auflage gezeichnet.....

Garage Dörzbach Konstruktion

.....und extrudiert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Skizze für den Abzug des Firstbalkens wird gezeichnet.....

Garage Dörzbach Konstruktion

.....und extrudiert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Balken werden nun per boolescher Operation miteinander verbunden und der Firstbalken abgezogen. Als Farbe habe ich ein helles braun verwendet. Die Konstruktion ist nur an einen Dachsparren angelehnt, kein exaktes Modell. aber später wird davon vermutlich nichts zu sehen sein.

Montage der Garage im PC

Eigentlich käme hier nun der Druck der Bauteile, aber ich wollte das Gebäude auch in freeCAD komplett sehen. Also habe ich die Einzelteile zusammengestellt.

Garage Dörzbach Konstruktion

Das Gebäude wird hier nun mit dem ersten Dachsparren versehen.

Garage Dörzbach Konstruktion

Ein paar Kopien der Dachsparren (grün) werden in den Aussparungen des Gebäudes positioniert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Tore sind angepasste Türen eines anderen Projektes und entstammen meiner Bauteile Bibliothek.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Tore (grün) werden kopiert und im Gebäude positioniert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Fenster entstanden wie die Tore aus einem anderen Projekt und wurden auch meiner Bauteile Bibliothek entnommen.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Rückseite der Fenster ist glatt, die erleichtert später das Aufkleben der Scheibe.

Garage Dörzbach Konstruktion

Die Fenster (grün) werden kopiert und im Gebäude positioniert.

Garage Dörzbach Konstruktion

Der Firstbalken (grün) ist ein einfaches, extrudiertes Quadrat.

Garage Dörzbach Konstruktion

Mit ein wenig Perspektive sieht die Garage schon recht gut aus.

Das Dach der Garage

ICH hätte ja einfach eine Dachplatte aus dem Modellbahn Zubehör auf das Gebäude geklebt.

Dachplatte aus dem Modellbahn Zubehör

Aber ein paar ewig nörgelnde Freunde meinten "...das sind Doppelmuldenpfalzziegel...".

Das Dach der Garage

Knut hat solche auf seinem Dach und brachte mal ein Muster mit.

Das Dach der Garage Konstruktion

Da es eine entsprechende Dachplatte nicht zu kaufen gibt, habe ich im www nach entsprechenden Maßen des Vorbilds gesucht.

Das Dach der Garage Konstruktion

Mit diesen Daten habe ich das Profil eines Dachziegels erstellt.

Das Dach der Garage Konstruktion

Damit die spätere Dachplatte nicht nur 0,5mm dick wird habe ich die Skizze auf 1,5mm erhöht.

Das Dach der Garage Konstruktion

Um die "Stufe" der verlegten Ziegel darzustellen wird die erste Skizze kopiert und die Höhe auf 2mm geändert.

Das Dach der Garage Konstruktion

Die beiden Skizzen werden nun in der Länge des späteren Ziegels auseinander gezogen......

Das Dach der Garage Konstruktion

......und mit dem Befehl "Loft" zu einem Volumenmodell verbunden. Der erste Ziegel ist fertig,

Das Dach der Garage Konstruktion

Damit später der Übergang von einem zum anderen Ziegel erkennbar ist, werden links und rechts eine Fase angebracht.

Das Dach der Garage Konstruktion

20 Kopien davon, nebeneinander angeordnet, ergeben einen ca. 50mm breiten Streifen.

Das Dach der Garage Konstruktion

12 dieser Streifen hintereinander angeordnet ergeben eine ca. 50mm hohe Kachel.

Druck der Einzelteile im FDM Drucker

Das Gebäude entsteht im FDM Druck. Der Creality CR10-S ist groß genug, um die Garage in einem Stück zu drucken.

Gebäude im Slicer

Der Druck dauert rund 10 Stunden, allerdings habe ich die Einstellung des Supports auf "Touching buildplate" (grüner Kreis) gestellt, dadurch fehlen die wichtigen Supports in den Fenstern (gelbe Kreise).

Gebäude im Slicer

Die Einstellung des Supports wird dann auf "Everywhere" (grüner Kreis) gestellt, so werden nun die Supports auch in den Fenstern (gelbe Kreise) erzeugt. Die Druckzeit erhöht sich dadurch nicht.

Gebäude im Slicer

Die blauen Elemente sind Supports, rot sind die Außenwände und gelb die Füllungen zwischen Außen und Innenschale.

Gebäude im Slicer

Hier der Bereich der Stirnwand mit dem Ausschnitt für den Firstbalken.

Gebäude im Slicer

Ein wenig mehr als 11 Stunden dauert der Druck.....

Gebäude im Drucker

....aber das Ergebnis überzeugt nicht so ganz. Die ersten 20mm lief der Druck normal, dann bricht er unvermittelt ab und das Filament wurde lediglich heruntergespult.

Gebäude im Drucker

Der Fehler liegt in der Führung den Bowdenrohres zum Druckkopf. Die Verschraubung hat sich gelöst und so wurde das Filament einfach in die Luft transportiert. Man sollte seinen Drucker eben doch häufiger kontrollieren.

Gebäude im Drucker

Drucker repariert, Druck erneut gestartet und nach weiteren 11 Stunden ist der zweite Anlauf fertig.

Gebäude im Drucker

So komplett sieht das gleich viel besser aus.

Gebäude im Drucker

Aus dieser Perspektive kann man auch die Stützstrukturen in den Fenstern und Toren gut erkennen.

Gebäude im Drucker

Dem Drucker entnommen, steht nun das Entgraten an.

Gebäude im Drucker

Die zehn Dachsparren machen diesbezüglich weniger Probleme, in etwas mehr als 2 Stunden sind sie fertig.

Gebäude im Slicer

Hier werden die Dachsparren vom Brim befreit, der einzigen Stützstruktur beim Druck.

Gebäude im Drucker

Die Dachsparren werden nun nacheinander in das bereits gedruckte und entgratete Gebäude gesteckt.

Gebäude im Drucker

Alle Dachsparren im Gebäude.

Gebäude im Drucker

Der Rohbau der Garage steht.

Gebäude im Drucker

Leider wird man später keine freie Sicht in das Innere des Gebäudes haben.

Gebäude im Drucker

Fenster und Tore stammen aus dem DLP Drucker und sind hier schon farblich behandelt.

Gebäude im Drucker

Um die beim FDM Druck unvermeidbaren waagerechten Linien zu verdecken wird das Gebäude mit einer Schicht Spritzspachtel aus der Sprühdose überzogen. Im Vergleich zum grauen PLA wirkt der Spritzspachtel fast weiß, ist aber hellgrau.

Gebäude im Drucker

Der Spritzspachtel machte ein paar Schlieren im Druck sichtbar, diese habe ich mit einem Einkomponentenspachtel ("Nitrospachtel") verspachtelt.

Gebäude im Drucker

Diese Schlieren zeigten sich auch auf der Rückseite, also wird auch hier gespachtelt.

Gebäude im Drucker

Abgeschliffen sieht das Gebäude zwar schlimm aus, aber Schlieren und waagerechte Streifen sind verschwunden.....

Gebäude im Drucker

.....auch auf der Rückseite.

Gebäude im Drucker

Haus und Sparren werden mit Abtönfarben bemalt. Hier sind die Teile bereits zusammengesteckt.

Gebäude im Drucker

Die DLP gedruckten und bemalten Fenster und Tore aus der Nähe betrachtet....

Gebäude im Drucker

....und mit den Sparren im Gebäude montiert.

Gebäude im Drucker

Für das umlaufende blaugraue Band wird das Unterteil des Gebäudes mit Klebeband angeklebt und der untere Teil mit Valejo 72.040 "grau" gestrichen.

Gebäude grau

Gleich nach dem Streichen wird das Klebeband entfernt.

Gebäude grau

Zeit für das Dach.

Druck der Einzelteile im DLP Drucker

Das Dach für das Gebäude wird nicht direkt gedruckt, dazu ist es zu groß und für den großen FDM Drucker zu filigran. Der Plan ist hier nun mehrere "Kacheln" zu drucken, diese aneinander zu kleben und davon eine Silikonform zu erstellen. Das Dach auf dem Gebäude wird dann ein Abguß sein. Also wird zuerst eine dieser Kacheln in Slicer "Chitubox" schräg angestellt und auf der Rückseite mit einer Stützstruktur versehen.

Dach im Slicer

Die Rückseite der "Kachel" ist glatt, hier läßt sich später die Stützstruktur leicht zu entfernen. Damit die Rückseite auch schön eben wird, habe ich "fine" Stützen über die ganze Fläche mit kleinen Abständen verteilt.

Dach im Slicer

In meinen Phrozen Sonic passen 3 dieser Kacheln in einen Druckvorgang.

Dach im Slicer

Auf der Rückseite kann man den "Wald" aus Stützstruktur erkennen.

Dach im Slicer

Der Druck dauert 14 Stunden für die 3 Kacheln, ich benötige für eine 150mm x 200mm große Platte 3x4=12 Kacheln. Also 4 Druckdurchgänge.

Dach im Slicer

Hier sieht man den Beginn des Druckes, jede Kachel hat eine eigene Grundplatte, die nicht mit denen der anderen Platten verbunden ist.

Dach im Slicer

Der Beginn des Druckes der Platte ist als durchgehender Streifen zu sehen.

Dach im Slicer

Das Ende des Druckes, 5267 Lage.

Dach im Slicer

Der Anycubic Mono-X hat ein größeres Display, hier lassen sich in einem Druckdurchgang 9 Kacheln drucken.

Dach im Slicer

Auch hier lassen sich die einzelnen Lagen ansehen.

Dach im Slicer

So sehen die 9 Platten aus dem Mono-X gedruckt aus.....

Dach gedruckt

......und so die 3 Platten aus dem Phrozen Sonic.

Dach gedruckt

Leider waren auch 2 Fehldrucke dabei, wie man hinten sehen kann.

Dach gedruckt

Die einzelnen 50x50 [mm] Kacheln werden nun auf einer dicken, ebenen Platte möglichst bündig und ohne Spalte aufgeklebt. Leider lassen sich leichte Ungenauigkeiten durch den Verzug einiger Kacheln dabei nicht vermeiden.

Dach gedruckt

Als Sperrschicht zum Formsilikon habe ich die fertig verklebte Platte mit einer Grundierung gespritzt. Das Photo-Polymer des DLP Harzes kann bei einigen Silikonen unschöne Seitenreaktionen verursachen, so daß die spätere Form unbrauchbar wird. Eine Schicht Grundierung reduziert dieses Risiko erheblich.

Dach gedruckt

Zum Abformen nutze ich Silikon von Silikon-Fabrik. Wie dem Etikett zu entnehmen ist, ist das Haltbarkeitsdatum schon ein paar Jahre überschritten...

Dach gedruckt

Vom Abmessen und Anrühren habe ich keine Bilder gemacht. Ein wenig schwarze Farbe habe ich mit eingerührt, um zu sehen, wie gut die beiden Komponenten miteinander vermischt sind. Das Silikon erscheint dadurch grau.

Dach gedruckt

Damit die Rückseite glatt und eben wird, habe ich zum Aushärten eine Folie und darauf ein Brett gelegt. Der weiße Rahmen sind gesägte, 10mm hohe Streifen aus Hartschaum. Durch die aufgelegte Folie und das Brett können eingerührte Luftblasen nicht entweichen und sammeln sich an der Oberfläche an.

Dach gedruckt

Aus dem Rahmen entnommen ist die Form fertig. Die überstehenden Schwimmhäute werden mit einem Abbrechklingenmesser entfernt.

Dach gedruckt

Zeit für einen ersten Abguß. Als Material verwende ich "Acrylic One" von KauPo , einem Polymergips. Dieses Material hat eine, im Vergleich zu Gips, längere Verarbeitungszeit und ist im ausgehärteten Zustand fester und nicht so spröde. Für die herzustellende, dünne Dachplatte ideal. Auch hier ist das Haltbarkeitsdatum schon ein paar Jahre überschritten.

Dach gedruckt

Um die Silikonform zu schonen, was bei der Verwendung von "Acrylic One" nicht zwingen nötig ist, verwende ich ein Trennspray "ACHEM SG-1008S"auf Wachsbasis, ebenfalls von KauPo. Dies hinterläßt auf dem Abguß keinerlei farbabweisende Rückstände, wie z.B. Silikonöl.

Dach gedruckt

Das "Acrylic One" habe ich nach Anleitung mit Hilfe einer Waage abgemessen und entsprechend angerührt. Auch ein wenig Abtönfarbe habe ich der Masse beigemischt, in der Hoffnung so dem Reinweiß des Abguß Materials ein wenig Farbe zu verleihen. Für die Form wird 160gr Abformmasse benötigt.

Dach gedruckt

Bilder habe ich von diesem Vorgang keine, dafür von der fertigen, ersten Dachplatte tags drauf.

Dach gedruckt

Die Platte wird entgratet und mit einem Lineal und Abbrechklingenmesser die benötigten Abschnitte angeritzt und gebrochen. So entstehen aus einer Platte beide Hälften des Daches.

Dach gedruckt

An den Rändern verschliffen werde die beiden Dachplatten auf das Gebäude aufgelegt und verklebt. Allerdings nur die beiden Dachhälften miteinander, nicht das Dach mit dem Gebäude. Noch bleibt es abnehmbar.

Dach gedruckt

Im ersten Abguß fanden sich noch viele kleine Luftlöcher, hier werde ich weitere Versuchen machen die Technik beim Befüllen der Form zu verbessern. Falls das nicht zum gewünschten Erfolg führt werde ich eine entsprechend große Glocke bauen und es mit Vakuum versuchen. Das ist jedoch aufwändig, ich versuche es erstmal ohne.

Dach gedruckt

Die Dachfirste habe ich mit dem gleichen Material wie die Platte in einer allerdings schon älteren Form abgegossen. Der ursprünglich lange Streifen zerbröselt beim Ausformen im viele kleine Teile, die nun aneinandergesetzt werden müssen.

Dachfirst

Geht dennoch recht schnell.

Dachfirst

Vom Aneinandersetzten der Einzelteile ist später nichts mehr zu sehen.

Dachfirst

Fehlt noch die Windfeder. Diese hätte ich auch aus dünnen Plastikplattenstreifen basteln können, aber eine leicht angepasste Skizze der Dachsparren tut's auch.

Windfeder

Hier müßen nur die Breite, Länge und Dicke des Dachsparren angepasst werden.

Windfeder

Die beiden Windfedern im Slicer.....

Windfeder

....und gedruckt, hier noch mit umlaufenden Brim.

Windfeder

Vom Brim befreit werden die Windfedern an die Stirnseiten des Daches geklebt.

Windfeder

Mit der Detailierung des Gebäudes geht es hier demnächst weiter..

...der Rest ist noch immer eine Baustelle